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Clusterkopfschmerz: Was taugen CGRP-Antikörper? 

Der Clusterkopfschmerz gehört zu den stärksten Schmerzen überhaupt. Eine wirksame und verträgliche Alternative zu den bisherigen prophylaktischen Therapien könnten Antikörper gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide sein. Doch nicht alle Präparate erfüllen die in sie gesetzten Erwartungen, wie am vergangenen Deutschen Schmerzkongress diskutiert wurde.

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Der Clusterkopfschmerz kann episodisch (in Perioden mit häufigen Attacken) oder chronisch auftreten. Zur akuten Linderung helfen Triptane (Sumatriptan subkutan oder Zolmitriptan nasal) sowie die Inhalation von 100% Sauerstoff in einer Dosierung von 7 l/min für 15 Minuten. Zur Kurzzeitprophylaxe können Kortikosteroide, die Blockade des Hinterhauptnervs oder lang wirksame Triptane «off label» eingesetzt werden, d.h. ohne offizielle Zulassung in dieser Indikation. Zur Langzeitprophylaxe wird vor allem Verapamil (erlaubter Off-Label-Gebrauch) angewandt. Alternativ kommt Lithium infrage, aber auch Topiramat und Melatonin (beide off label!).

Einige sprechen sehr gut auf Biologika an, andere gar nicht

In der Vergangenheit hätten grosse Hoffnungen auf dem prophylaktischen Einsatz von monoklonalen Antikörpern gegen das Calcitonin Gene Related Peptide (CGRP) oder gegen den CGRP-Rezeptor gelegen, berichtete Privatdozent Dr. Charly Gaul vom Kopfschmerzzentrum Frankfurt. Vom CGRP sei bekannt, dass es bei spontanen Attacken in den äusseren Halsvenen erhöht ist und dass der CGRP-Spiegel durch die Gabe von Sauerstoff oder Sumatriptan zurückgeht. Ausserdem könne eine CGRP-Infusion bei Patienten mit episodischem Clusterkopfschmerz entsprechende Attacken auslösen.

Galcanezumab in den USA für die Behandlung eines episodischen Clusterkopfschmerzes zugelassen

In mehreren Studien sind verschiedene gegen CGRP gerichtete monoklonale Antikörper sowohl beim episodischen als auch beim chronischen Clusterkopfschmerz untersucht worden. Für Galcanezumab ist zumindest bei der episodischen Variante eine Überlegenheit gegenüber Placebo nachgewiesen, was in den USA zur entsprechenden Zulassung geführt hat. Die Ergebnisse zur chronischen Form seien hingegen negativ ausgefallen, was auch an der laut Studienprotokoll erlaubten parallelen Behandlung mit Verapamil gelegen haben könnte, wie Dr. Gaul erläuterte.

Studien mit Eptinezumab und Erenumab sind noch am Laufen

Die Studien zum CGRP-Inhibitor Fremanezumab seien aufgrund niedriger Erfolgsaussichten vorzeitig beendet worden, berichtete der Referent weiter. Die einschlägigen Untersuchungen zu Eptinezumab und Erenumab würden derzeit noch laufen. Es sei also gut möglich, dass es einer dieser monoklonalen Antikörper doch noch bis zur Zulassung beim Clusterkopfschmerz schafft, zeigte sich Dr. Gaul zuversichtlich. Seiner Erfahrung nach sprechen einige Patienten hervorragend auf die Biologika an, andere überhaupt nicht. Ein klinischer Marker für ein Ansprechen fehle derzeit.
Prednison bei episodischem Clusterkopfschmerz wirksam
Häufig werden beim Clusterkopfschmerz während einer Episode auch Glukokortikoide («Kortison») wie Prednison verwendet. Diese Vorgehensweise fand jetzt durch eine Studie Bestätigung, wie Dr. Torsten Kraya vom Klinikum St. Georg in Leipzig berichtete. Die orale Kortison-Stosstherapie (100 mg/Tag, dann langsame Reduktion über 17 Tage) parallel zum Aufdosieren einer Verapamil-Prophylaxe wurde bei 109 Patienten im Vergleich zu Placebo überprüft. Dabei zeigte sich die deutliche Überlegenheit bezüglich der Zahl der Attacken vornehmlich in der ersten Woche, aber auch darüber hinaus bis zum 28. Tag der Behandlung.

Keine schweren Nebenwirkungen durch Kortison-Kurzzeittherapie

Schwere Nebenwirkungen seien bei dieser Kurzzeittherapie nicht aufgetreten, so Dr. Kraya. Man habe somit eine sehr gute Möglichkeit, die Zeit bis zum Einsetzen der Verapamil-Effekte zu überbrücken. In einer rückblickenden Vergleichsstudie sei zudem gezeigt worden, dass orale Glukokortikoide wirksamer sind als eine Blockade des Hinterhauptnervs, berichtete der Neurologe. Durch einige kleinere Studien sei zudem die Wirksamkeit von höher dosiertem intravenösem Methylprednisolon belegt (250 mg bis 1 g über 1–5 Tage, dann schrittweise Reduktion). Diese Behandlung sollte aber nur in Einzelfällen erfolgen.

Quelle: Deutscher Schmerzkongress 2021

Bild: AdobeStock/kegfire

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