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Sport wirkt besser als Antidepressiva 

Körperliche Aktivität lindert Depressionen und Angststörungen so effektiv, dass schwer zu verstehen ist, weshalb diese Massnahme nicht grundsätzlich als erste Massnahme zur Behandlung dieser Erkrankungen empfohlen wird.

AdobeStock 557559279 wellphoto mit ANN LogoEs gibt zahlreiche Hinweise aus der Forschung darauf, dass körperliche Aktivität bei Patienten mit Angstzuständen und Depressionen eine ähnliche Wirkung haben könnte wie Psychotherapie und Medikamente. Jede Studie befasste sich jedoch mit unterschiedlichen Formen der körperlichen Aktivität, mit unterschiedlicher Intensität, in verschiedenen Untergruppen der Bevölkerung, mit unterschiedlichen Referenzpopulationen usw., was Schlussfolgerungen und konkrete Empfehlungen erschwerte.

Das Team von Ben Singh (University of South Australia), erstellte den bislang grössten Review, der alle wissenschaftlichen Publikationen zur Untersuchung der Auswirkungen von Sport auf psychische Erkrankungen einschliesst, die vor 2022 veröffentlicht wurden – insgesamt 97 Studien mit 128’119 Teilnehmern.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Sport ist bei der Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen und Angstzuständen 1,5-mal wirksamer als Medikamente, psychologische Unterstützung und herkömmliche Therapien.
  • Sport wirkt schneller als Medikamente, weil es bis zu drei Monaten dauern kann, bis Antidepressiva ihre volle Wirkung entfalten.
  • Je intensiver die körperliche Aktivität ist, desto grösser sind die Erfolge.
  • Der grösste Nutzen wurde bei Menschen mit Depressionen, HIV und Nierenerkrankungen, schwangeren Frauen, Frauen nach der Geburt sowie bei gesunden Menschen beobachtet.
  • Viele Sportarten sind geeignet: Laufen, Walken, Yoga, Pilates, Tennis usw.
  • Die Wirkung ist umso besser, je intensiver die körperliche Aktivität ist und je regelmässiger sie ausgeübt wird. Mit der Zeit wird der Effekt jedoch kleiner.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass körperliche Aktivität Depressionen und Angstzustände in vielen Bevölkerungsgruppen, darunter auch Patienten mit chronischen Erkrankungen, wirksam lindern kann. Dies geschieht höchstwahrscheinlich über die Ausschüttung von Neuromediatoren wie Endorphinen, die das Belohnungssystem im Gehirns aktivieren, das bei ängstlichen oder depressiven Menschen oft beeinträchtigt ist, und dadurch für Freude und Wohlbefinden sorgen.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass körperliche Aktivität bei diesen Erkrankungen nicht systematisch als erste Massnahme empfohlen wird.

Quellen
- mediscoop.net
- Singh B et al Effectiveness of physical activity interventions for improving depression, anxiety and distress: an overview of systematic reviews. Br J Sports Med. 2023 Sep;57(18):1203-1209.

Bild: Adobe Stock/InputUX

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