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Von Allergien bis zum Wetterumschwung: Was Sie über Auslöser im Freien wissen sollten 

Klima und Wetter können für manche Menschen ein Migräneauslöser sein. Viele Migräne-Patienten bezeichnen sich deshalb selbst als menschliches Barometer, das einen Wetterumschwung bereits früh wahrnehmen kann. Welche Wetterarten stellen ein besonderes Risiko dar?

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Es gibt Studien, die zeigen, dass bestimmte Wetterbedingungen bei Migränepatienten mit einer erhöhten Anfallshäufigkeit in Verbindung gebracht werden. Für manche Menschen ist es die Hitze oder die Temperatur. Am wahrscheinlichsten ist es jedoch, dass Luftdruckschwankungen bei Wetterumschwüngen die Anfälle auslösen. Das macht Sinn, denn auch andere Veränderungen des Luftdrucks, wie z.B. wenn man sich in grössere Höhen begibt oder mit dem Flugzeug reist, werden mit einem erhöhten Migräneanfallsrisiko in Verbindung gebracht. Das soll nicht heissen, dass die Temperatur kein umweltbedingter Migräneauslöser ist. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die meisten wetterbedingten Anfälle durch Luftdruckveränderungen ausgelöst werden – wobei die Betonung auf «Veränderung» liegt. In Zeiten von Wetterumschwüngen scheinen die Menschen ein erhöhtes Risiko für einen Anfall zu haben. Einige Forscher vermuten, dass auch Wetterbedingungen wie Blitze mit einer erhöhten Häufigkeit von Migräneanfällen einhergehen.

Wie gehe ich mit wetterbedingten Auslösern um?

Bei extremen Wetterverhältnissen oder Wetterschwankungen sollten Sie auf der Hut sein, um im Falle eines Anfalls frühzeitig reagieren zu können. Wenn Sie wissen, wann Ihr Risiko für einen Anfall erhöht ist, können Sie entweder früher akut behandeln oder auf Lebensstilfaktoren achten, die Sie vor einem Anfall schützen können, wie z. B. ausreichend Schlaf, regelmässige Mahlzeiten, körperliche Betätigung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Auf der anderen Seite sollten Sie sich mit diesen umweltbedingten Auslösern nicht zu sehr belasten. Sie müssen Ihr Leben leben! Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Erkennen von Auslösern, um früher eingreifen zu können, und der Sorge um Auslöser, die Sie nicht kontrollieren können, wie das Wetter. Konzentrieren Sie sich auf die Faktoren, die Sie kontrollieren können, wie Schlaf, Flüssigkeitszufuhr, gesunde Mahlzeiten und Stressbewältigung.

Können Allergien Migräneanfälle auslösen?

So sehr man auch versucht, saisonale Allergien wie Heuschnupfen als Auslöser zu identifizieren, so wenig sind die Beweise für einen Zusammenhang zwischen Allergien und Migräne wirklich überzeugend. Das Gleiche gilt übrigens auch für Nahrungsmittelallergien.

Saisonale Allergien können eine allergische Rhinitis oder eine Entzündung der Nasennebenhöhlen verursachen, die wiederum Kopfschmerzen in den Nebenhöhlen auslösen können. Nicht selten verwechseln Menschen ihre Sinuskopfschmerzen oder Allergiesymptome mit einer Migräne. Sowohl Nasennebenhöhlenkopfschmerzen als auch Migräneanfälle können Schmerzen in derselben Gesichts- und Kopfregion auslösen. Darüber hinaus kann es während eines Migräneanfalls zu Augentränen, Augenrötung, verstopfter Nase und sogar klarem Nasenausfluss kommen, was ebenfalls Allergie- und Sinusitis-Symptome sind.

Es ist wichtig, die Diagnose richtig zu stellen, damit die korrekte Behandlung eingeleitet werden kann. Ungeeignete Medikamente können eine Migräne sogar noch verschlimmern. Wenn Ihre Kopfschmerzen mit Symptomen wie Licht- oder Lärmempfindlichkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Nackenschmerzen oder anderen häufigen Migränesymptomen einhergehen, handelt es sich bei Ihren Kopfschmerzen wahrscheinlich um einen Migräneanfall und nicht um einen Allergiekopfschmerz.

Dennoch ist es selbstverständlich möglich, sowohl an Migräne als auch an einer Allergie zu leiden. Die durch ein Allergen verursachte Entzündung der Nasennebenhöhlen kann bei Personen, die genetisch anfällig für Migräne sind, einen Migräneanfall auslösen.

Können Höhenlage oder Flugreisen eine Migräne auslösen?

Sowohl hohe Höhenlagen als auch Flugreisen werden mit Migräne in Verbindung gebracht. Was viele Menschen als Höhenkrankheit wahrnehmen, ist wahrscheinlich eher ein Migräneanfall, der durch die grosse Höhe ausgelöst wird. In der Regel sind Menschen in den ersten zwei oder drei Tagen nach einer Reise in grosse Höhen gefährdet, dann passt sich der Körper an. Das Leben in grosser Höhe muss nichts Schlechtes sein, aber es ist ratsam, während des Auf- und Abstiegs bzw. in der Anpassungsphase wachsam zu sein.

Es gibt bestimmte akute Massnahmen, die Sie bei Flugreisen und in grosser Höhe ergreifen können, um das Risiko eines Anfalls zu verringern. Besprechen Sie die Höhe und Flugreisen als Auslöser mit Ihrem Arzt, um einen Plan zur Soforthilfe oder Miniprävention zu erstellen. Dazu können Triptane, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAID) oder andere Medikamente gehören.

Abschliessender Gedanke

Menschen mit Migräne können empfindlich auf umweltbedingte Auslöser wie Wetterwechsel und Flugreisen reagieren. Der Zusammenhang zwischen Allergien und Migräneanfällen ist dagegen nicht so eindeutig. In vielen Fällen handelt es sich bei Allergie-Kopfschmerzen eigentlich um Migräneanfälle, aber es ist möglich, sowohl an saisonalen Allergien als auch an Migräne zu leiden. Bei diesen Menschen können Allergiesymptome wie entzündete Nasennebenhöhlen einen Migräneanfall auslösen. Allergien sind also ein Migräneauslöser, aber Allergien verursachen keine Migräne. Migräne ist eine Erkrankung des Nervensystems, die genetisch bedingt ist.

Wenn Sie die umweltbedingten Migräneauslöser verstehen und wissen, wie sie sich auf Sie auswirken können, können Sie die Natur dennoch geniessen. Ein Behandlungsplan für den Fall der Fälle hilft Ihnen, dem Unkontrollierbaren entspannter entgegenzusehen.

Quelle :
Text adaptiert von Dr Andrew Charles aus «migraineagain»

Bild: Adobe Stock/MoniStock

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