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Botox bei Migräne: Studie zeigt klare Grenze

Bei chronischer Migräne ist OnabotulinumtoxinA seit Jahren etabliert. Ob das auch für die episodische Form gilt, war bislang offen. Die grösste Studie zu dieser Frage liefert nun eine klare Antwort – und sie fällt ernüchternd aus.

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OnabotulinumtoxinA ist für die vorbeugende Behandlung der chronischen Migräne zugelassen und wirksam. Einzelberichte und Beobachtungsstudien hatten vermuten lassen, dass das Mittel auch bei episodischer Migräne helfen könnte. Belastbare Daten aus randomisierten kontrollierten Studien fehlten jedoch. Genau diese Lücke sollte die Phase-3-Studie PRECLUDE schliessen.

Studienaufbau

PRECLUDE war eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Parallelgruppenstudie mit anschliessender offener Verlängerungsphase. Insgesamt 775 Patientinnen und Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren wurden im Verhältnis 1:1:1 randomisiert und erhielten entweder Placebo, OnabotulinumtoxinA 155 Einheiten oder OnabotulinumtoxinA 195 Einheiten. Die Teilnehmenden dokumentierten ihre Kopfschmerzen und ihren Medikamentenverbrauch täglich in einem elektronischen Tagebuch – über eine vierwöchige Screeningphase, eine 24-wöchige Doppelblindphase und eine anschliessende 24-wöchige offene Verlängerungsphase. Primärer Endpunkt war die Veränderung der monatlichen Migränetage gegenüber dem Ausgangswert in den Monaten 5 und 6.

Kein Unterschied zu Placebo

In allen drei Gruppen verringerte sich die Zahl der monatlichen Migränetage um 3,4 bis 3,6 Tage gegenüber dem Ausgangswert. Weder die 155-Einheiten- noch die 195-Einheiten-Gruppe zeigte dabei eine statistisch signifikante Verbesserung gegenüber Placebo (p > 0,05). Auch bei den sekundären Endpunkten ergaben sich keine signifikanten Unterschiede: bei den monatlichen Kopfschmerztagen, bei den 50-Prozent-Responderraten (44,9 bis 47,1 Prozent) und bei den monatlichen Tagen mit Einnahme von Akutmedikation (–2,3 bis –2,4 Tage). Die unerwünschten Ereignisse entsprachen früheren Ergebnissen zu OnabotulinumtoxinA bei chronischer Migräne und waren im Allgemeinen leicht bis mittelschwer ausgeprägt.

Wie ist das Ergebnis einzuordnen?

Für das Resultat gibt es zwei mögliche Erklärungen. Entweder ist OnabotulinumtoxinA bei episodischer Migräne tatsächlich nicht wirksam – pathophysiologisch wäre das allerdings schwer verständlich, da andere prophylaktische Ansätze, insbesondere monoklonale Antikörper gegen CGRP oder den CGRP-Rezeptor, sowohl bei episodischer als auch bei chronischer Migräne wirken. Oder die sehr hohe Placeborate hat den Effekt überdeckt: Eine 50-Prozent-Responderrate von 47 Prozent unter Placebo ist aussergewöhnlich hoch. Neuere Analysen zeigen, dass injizierte Migräneprophylaktika einen stärkeren Placeboeffekt auslösen als oral verabreichte.

Was das für die Praxis bedeutet

PRECLUDE ist die bislang grösste Studie zum Einsatz von OnabotulinumtoxinA bei episodischer Migräne. Das Mittel erwies sich als gut verträglich, brachte gegenüber Placebo aber keinen messbaren Vorteil bei der Reduktion der Migränetage. Damit bleibt es dabei: OnabotulinumtoxinA sollte nur zur Prophylaxe der chronischen Migräne eingesetzt werden. Offen bleibt, ob es eine Untergruppe von Patientinnen und Patienten mit episodischer Migräne gibt, die doch davon profitiert – das müssen weitere Studien klären.

Pozo-Rosich P, Blumenfeld AM, Lipton RB et al. OnabotulinumtoxinA for the preventive treatment of episodic migraine: Results from the phase 3 PRECLUDE trial. Cephalalgia. 2025;45:3331024251370769. / Kommentar: Diener HC. InFo Neurol Psych. 2025;27:26.

 

 

Bild: AntonioDiaz / Adobe Stock

 

 

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