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Migräne und andere Hirnerkrankungen 

Erfahren Sie mehr über Epilepsie, Multiple Sklerose und Fibromyalgie und wie diese Hirnerkrankungen mit Migräne zusammenhängen.

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Migräne steht möglicherweise in Zusammenhang mit anderen Hirnerkrankungen wie Epilepsie, Multipler Sklerose (MS) und Fibromyalgie. Einige dieser Krankheiten weisen ähnliche Symptome wie Migräne auf, haben aber auch ihre eigenen, einzigartigen Unterschiede.

Es ist hilfreich, mehr über die anderen Erkrankungen des Gehirns zu erfahren, die mit Migräne in Verbindung gebracht werden, vor allem, wenn es um die Diagnose und Behandlung geht. Aber keine Sorge, Migräne zu haben bedeutet nicht, dass man eine andere Hirnerkrankung hat oder entwickeln wird. Lassen Sie uns also zunächst die Grundlagen besprechen. Und wie immer, wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Kopfschmerzspezialisten sprechen.

Was bedeutet Komorbidität?

Unter Komorbidität versteht man das Vorhandensein von zwei oder mehr chronischen Erkrankungen, die öfters zusammen auftreten irgendwie miteinander vergesellschaftet zu sein scheinen. Auch bei Migräne liegt üblicherweise mindestens eine Komorbidität vor. Zu den häufigen Komorbiditäten bei Migräne gehören:

  • Ängste und Depressionen
  • Asthma
  • Allergien
  • Reizdarm-Syndrom
  • Bluthochdruck
  • Morbus Crohn
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Chronische Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Schmerzzustände wie Fibromyalgie
  • Epilepsie
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Schlaganfall

Es gibt verschiedene Theorien darüber, wie diese Erkrankungen mit der Migräne zusammenhängen. In einigen Fällen ist es möglich, dass die eine Krankheit die andere auslöst, oder es gibt eine zugrunde liegende Ursache, die beide Krankheiten auslöst. So kann zum Beispiel die genetische Veranlagung eines Menschen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Migräne, Angstzustände und Depressionen zu entwickeln.
Schauen wir uns die Migräne und ihre Verbindungen zu Epilepsie, MS und Fibromyalgie genauer an. Obwohl diese Erkrankungen häufig mit Migräne einhergehen, müssen Menschen mit Migräne nicht zwangsläufig eine dieser anderen Krankheiten entwickeln.

Was ist der Zusammenhang zwischen Migräne und Epilepsie?

Epilepsie ist eine Erkrankung, die durch abnorme Hirnaktivität gekennzeichnet ist und verschiedene Arten von Anfällen verursacht. Bei Personen, die an einer dieser Krankheiten leiden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch an der anderen Krankheit leiden, mindestens doppelt so hoch. Menschen mit Migräne, die eine Epilepsie entwickeln, haben oft einen weiteren Risikofaktor, wie eine Kopfverletzung oder einen Schlaganfall.

Sowohl Migräne als auch Epilepsie treten auf, wenn das Gehirn eines Menschen überreizt wird. Während Kopfschmerzen, Übelkeit, Taubheitsgefühle und eine Aura bei Menschen mit Migräne häufig auftreten, sind sie bei Menschen mit Epilepsie selten. Auch häufige Auslöser wie Stress, Alkohol und Schlafstörungen können diese beiden Krankheiten hervorrufen.

Migräne und Epilepsie unterscheiden sich auch in anderen Punkten. Epilepsie ist im Vergleich zur Migräne eine weniger häufige Krankheit. Migräneanfälle können stunden- oder tagelang andauern, während Krampfanfälle in der Regel nur Sekunden bis Minuten dauern. Migräne tritt häufiger bei weiblichen Patienten auf, während Epilepsie Männer und Frauen gleichermassen betrifft.
Migräne wird manchmal für ein Symptom der Epilepsie gehalten, weil viele Menschen nach einem Anfall Kopfschmerzen haben. Es gibt keine eindeutigen Beweise dafür, dass Migräne Epilepsie verursacht. Es ist jedoch möglich, wenn auch selten, dass eine Migräne mit Aura einen Anfall auslösen kann. Wir bezeichnen diese durch Migräne ausgelösten Anfälle als Migräneepilepsie.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Migräne und MS?

MS ist eine weitere Komorbidität, die manchmal zusammen mit Migräne auftritt. MS ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die hauptsächlich das Gehirn, das Rückenmark und die Sehnerven (Nerven, die die Augen mit dem Gehirn verbinden) betrifft. Die Ärzte gehen davon aus, dass es sich um eine Krankheit handelt, bei der das Immunsystem die Schutzschicht um die Nerven angreift. Dadurch wird die Kommunikation zwischen dem Gehirn und den verschiedenen Körperteilen gestört.

MS und Migräne haben unterschiedliche Ursachen, können aber einige ähnliche Symptome aufweisen. MS verursacht unvorhersehbare Schübe, die mit Muskelschwäche, Taubheit, Kribbeln, Müdigkeit und Problemen bei der Koordination, dem Gleichgewicht und der Sehkraft einhergehen können. Menschen mit MS leiden mehr als doppelt so häufig an Kopfschmerzen, einschliesslich Migräne. Es ist nicht klar, ob Migräne ein Symptom von MS ist oder ob die beiden Krankheiten nur eine gemeinsame Parallelerscheinung sind.

Einige Aspekte der MS können die Migränesymptome verstärken. Ein MS-Schub (eine Zunahme der MS-Symptome) oder bestimmte MS-Behandlungen können zu häufigeren oder stärkeren Migräneanfällen führen. Studien weisen auf verschiedene Theorien darüber hin, wie Migräne Veränderungen im Hormonhaushalt oder eine verstärkte Entzündung des Gehirns verursacht, die das Risiko einer Person für die Entwicklung von MS erhöhen könnten. Es gibt jedoch nicht viele Beweise, die diese Ideen unterstützen.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Migräne und Fibromyalgie?

Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die durch Schmerzen des Bewegungsapparats gekennzeichnet ist (Schmerzen in den Muskeln, Knochen, Sehnen, Bändern und Gelenken). Sie kann zu Müdigkeit und Problemen mit Schlaf, Gedächtnis und Stimmung führen.

Migräne und Fibromyalgie haben gemeinsame Symptome wie Kopfschmerzen, Licht- und Lärmempfindlichkeit und Magenbeschwerden. Sowohl Migräne als auch Fibromyalgie treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern. In einigen Studien hatten über 30 % der Migränepatienten auch Fibromyalgie, und fast 56 % der Fibromyalgie Patienten hatten Migräne. Tatsächlich besteht ein enger Zusammenhang zwischen Fibromyalgie und Kopfschmerzen, da Kopfschmerzen vom Spannungstyp und Migräne zu den häufigsten Fibromyalgie Symptomen gehören. Ausserdem kann eine Fibromyalgie die Migräne verschlimmern.

Der direkte Zusammenhang zwischen Migräne und Fibromyalgie ist noch nicht geklärt. Forscher betrachten die zentrale Sensibilisierung (wenn das zentrale Nervensystem übermässig empfindlich auf bestimmte Auslöser reagiert, was zu verstärkten Schmerzen führt) als mögliche Ursache. Die Auslöser könnten mit Berührung, Lärm, Licht, Temperatur oder Geruch zusammenhängen.

Behandlungen für verschiedene Hirnerkrankungen

Die Behandlung von Migräne mit Begleiterkrankungen kann aufgrund möglicher Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten schwierig sein. Je nach Art der Erkrankung gibt es nur wenige medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. In einigen Fällen kann jedoch eine einzige Behandlung beide Erkrankungen behandeln. Nichtmedikamentöse Therapien wie Akupunktur, Biofeedback oder eine Änderung des Lebensstils können ebenfalls zur Behandlung von Migräne und anderen Hirnerkrankungen beitragen.

Es ist wichtig, dass Sie Ihre Behandlungsmöglichkeiten mit Ihrem Arzt besprechen. Teilen Sie ihm unbedingt alle Ihre Symptome mit. Informieren Sie ihn auch über alle rezeptfreien Medikamente, Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen. Anhand dieser Informationen kann Ihr Arzt feststellen, ob Ihre Migränesymptome mit anderen Symptomen einer Hirnerkrankung zusammenhängen.
Wenn Sie unter Migräne und anderen Begleiterkrankungen leiden, kann es hilfreich sein, einen genauen Kopfschmerzkalender zu führen und einen Neurologen (Kopfschmerzspezialisten) aufzusuchen. Neurologen kennen sich mit Migräne und verwandten Hirnerkrankungen aus und können einen Behandlungsplan empfehlen, der bei allen Erkrankungen wirksam und möglichst gut verträglich ist.


Quelle: Text adaptiert von American Migraine Foundation (Mai 2022)

Bild: AdobeStock/Viacheslav Yakobchuk

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